Begriffsbestimmung Alkoholsucht

Was ist Alkoholsucht

Alkoholsucht

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Viele Jahre lag der Fokus nur auf schwer Alkoholkranken, wo der exessive Konsum von Alkohol über Jahre hinweg zu schweren Schädigungen des Körpers geführt hat. Jedoch sind die Störungen, die auf Grund von Alkoholkonsum auftreten, sehr viel größer und breitgefächerter. So bildete sich aus der bisherigen Bezeichnung „Alkoholismus“ der Begriff „Alkoholabhängigkeit“. Doch wann liegt eine Alkoholabhängigkeit vor? Alkoholabhängigkeit liegt dann vor, wenn ein oft starker oder gelegentlicher übermächtiger Wunsch, Alkohol zu konsumieren vorhanden ist. Dabei kommt es zu einer verminderten Kontrolle über die konsumierte Menge. In diesem Falle spricht man von einer psychischen Abhängigkeit, die meist unmerklich entsteht und subjektiv zu betrachten ist. Die Folge ist eine Toleranzentwicklung sowie Entzugserscheinungen, was eine körperliche Abhängigkeit verdeutlicht und objektiv zu betrachten ist. Treten Folgen, wie seelische oder körperliche Schäden auf, spricht man von einem schädlichen Gebrauch. Ohne, dass ein Konsumwunsch oder gar ein Konsumzwang besteht, wird der Alkohol in oft großen Mengen und gewohnheitsmäßig konsumiert, um immer wieder den Rausch zu erleben. Die Abhängigkeit sowie schädliche Gesundheitsfolgen müssen aber nicht gemeinsam auftreten. Bei einem übermäßigen Konsum oder Missbrauch können verschiedene Symptome auftreten, wie eine Intoxikation mit begleiteder Benommenheit, welche zu einer verstärkten Euphorie oder veränderten Wahrnehmung führt. Diesen Zustand bezeichnet man als Rausch. Andere auftretende Störungen umfassen das Alkoholentzugssyndrom, wie die Formen der vegetativen Entzugssymptome und des Alkoholdelirs. Angstzustände, depressive Episoden, sexuelle Funktionsstörungen oder psychotische Störungen, bezeichnet man als affektive Störungen. Oft geht man davon aus, dass die konsumierte Menge von Alkohol eine Abhängigkeit auszeichnet. Das stimmt allerdings nicht, da es extreme Verträglichkeitsunterschiede zwischen einzelnen Personen geben kann. Seit dem Jahr 1968 ist Alkoholabhängigkeit in Deutschland als Krankheit anerkannt. Seit diesem Zeitpunkt besteht eine Leistungspflicht der Krankenkassen und Sozialversicherungen für die Alkoholabhängigkeit und nicht nur für die Folgeerkrankungen. Obwohl diese Erkrankung durch das Verhalten des Einzelnen abhängig ist, wird die Alkoholabhängigkeit nicht vorsätzlich erworben. Sie unterscheidet sich so nicht von Erkrankungen wie Diabetes, Hypertonie oder Herzinfarkt, welche auch multifaktoriell bedingt sind. Alkoholsucht ist als Stoffgebundene Abhängigkeit zu spezifizieren und ist klar von Tätigkeitssüchten, wie Spielsucht oder Sexsucht, abzugrenzen. Tätigkeitssüchte fallen unter Störungen der Impulskontrolle.

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